Aktuelles: Gemeinde Gosheim

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Gosheim ist als industriestarke Gemeinde weit über ihre Grenzen hinaus bekannt und hat trotzdem ihren landschaftlichen Reiz und ihre Naturschönheiten bewahrt.

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Kurzbericht der Gemeinderatssitzung vom 14. September 2020

Die erste Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause fand nicht, wie gewohnt, in den geschlossenen Räumen der Jurahalle, sondern an der frischen Luft im Wald, Gewann Kehlen, statt.

Bürgermeister Kielack konnte am vergangenen Montagabend neben den Ratsmitgliedern und der Pressevertreterin Angela Hermle auch erfreulicherweise zahlreiche interessierte Bürger begrüßen, welche sich mit Vorfreude und Neugier der Vorstellung des sogenannten Forsteinrichtungswerkes 2020 – 2029 anschlossen. In Fahrgemeinschaften ging es an die Queriniskapelle, von wo aus die fußläufige Besichtigungstour startete.

Herr Alexander Jentsch, Forsteinrichter bei der Forstdirektion Freiburg, Kreisoberforstrat Leo Sprich vom Forstamt des Landratsamtes Tuttlingen und der zuständige Revierförster Stefan Schrode stellten nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Kielack die Pläne und Ziele für die nächsten 10 Jahre (Dekade) der Waldbewirtschaftung in der Gemeinde Gosheim vor.

Die Forsteinrichtungsplanung setze nach Worten von Herrn Jentsch Ziele des Waldbesitzers (vorliegend die Gemeinde Gosheim) in Einzelplanungen um und versuche dabei, bestehende Zielkonflikte aufzulösen. Für die Bewirtschaftung im Gemeindewald müssten die drei Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales sinnvoll miteinander in Einklang gebracht werden.

Im Bereich der Ökonomie soll die Baumartenstruktur mit derzeit 66% Nadelholz langfristig auf rund 55 % abgesenkt werden und der Anteil von Tannen und Douglasien sukzessive aufgrund der besseren Wirtschaftlichkeit und Klimastabilität der beiden zuletzt genannten Sorten erhöht werden. In diesem Zusammenhang soll die Verjüngung in nötigem Umfang realisiert werden. Der Wald als wichtiger Wirtschaftsfaktor (Produktion des Rohstoffes Holz und dessen Vermarktung) soll langfristig gewährleistet bleiben. Daneben sollen die Waldwege laufend in Stand gehalten werden und ein positives, jährliches Betriebsergebnis erwirtschaftet werden.

Im Bereich der Ökologie ist eine bestmögliche Berücksichtigung von Schutzfunktionen von Boden, Wasser und Naturschutz vorgesehen. Die Bewirtschaftung nach Grundsätzen der naturnahen Waldwirtschaft (Standortgerechtigkeit, Mischwaldprinzip und Naturverjüngung) wird angestrebt.

Im Bereich des Sozialen soll der Wald unverändert der Erholung der Bevölkerung dienen. Daneben soll die Bereitstellung von Brennholz und Deckreisig für die Bevölkerung gewährleistet werden. Ausgleichsmaßnahmen im Wald erhielten nach Worten von Herrn Jentsch zunehmende Bedeutung.

Die Planung sehe für die kommenden 10 Jahre Forsteinrichtungswerk einen Hiebsatz von 23.500 Efm (Erntefestmeter) vor. Dies entspreche einem Hiebsatz von 6,9 Efm/J/ha, bei einem laufenden Zuwachs von 9,7 Efm/J/ha. Die Jungbestandspflege sehe ein Größenvolumen von 31,6 ha Arbeitsfläche vor. In der Verjüngungsplanung seien 21,2 ha Fläche vorgesehen, davon Naturverjüngung 16 ha und Anbau 5,2 ha.

In seiner anschließenden Erörterung und Diskussion hatte das Gremium sowie die anwesenden Zuhörer diverse fachliche Verständnisfragen an die Forstexperten.

Insbesondere wollten die Gemeinderäte wissen, wie der kommunale Wald der Gemeinde Gosheim im Quervergleich zu anderen Gemeinden in der näheren Umgebung und im Land Baden-Württemberg dastehe.

Dazu konnten der Forsteinrichter Herr Jentsch und Herr Sprich vom Forstamt ein positives Resümee ziehen: Der Gemeindewald der Gemeinde Gosheim habe in den letzten 10 Jahren seit der letzten Begehung 2010 eine überaus positive Entwicklung genommen. Durch vorausschauende Waldbewirtschaftungspolitik habe man zwischenzeitlich enorme Holzvorräte bilden können und leite jetzt praktisch den Übergang in die sogenannte „Erntephase“ ein. Einziges Manko bleibe unverändert die auf niedrigen Niveau stagnierenden Holzpreise am Markt. Man sei jedoch zuversichtlich, dass sich dieser in den nächsten Jahren wieder erholen werde.

Der Gemeinderat stimmte abschließend nach digitaler Präsentation der oben genannten Planung im Gasthaus Krone einstimmig dem 10-jährigen Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2020 – 2029 zu. Bürgermeister Kielack bedankte sich abschließend stellvertretend für das Gesamtgremium bei den Forstexperten für die umfangreichen und detaillierten Erläuterungen.